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Sternstunde Philosophie

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  • Sternstunde Philosophie

    Bequeme neue Welt: Verlernen wir das Menschsein?

    17/10/2026 | 58 min
    Apps organisieren unseren Alltag, Algorithmen treffen eine Vorauswahl, KI übernimmt das Denken. Das spart Zeit und Mühe. Philosophin und Astrophysikerin Sibylle Anderl fragt, was wir verlieren, wenn wir uns immer mehr abnehmen lassen, und was es braucht für ein gutes, selbstbestimmtes Leben.

    Lieferdienste bringen uns das Essen, Spotify kennt unseren Musikgeschmack und KI formuliert unsere Texte. Das Leben wird bequemer, doch der Preis dafür könnte hoch sein. Denn wer nicht mehr selbst kocht, repariert, entscheidet oder denkt, verliert womöglich nicht nur Fähigkeiten, sondern auch Selbstvertrauen, Urteilskraft und Freiheit.

    In ihrem Buch «Bequeme neue Welt» fragt die Philosophin und Astrophysikerin Sibylle Anderl, wann hilfreiche Entlastung in Abhängigkeit und Entmündigung kippt. Warum ist es wichtig, Dinge selbst zu können? Was geschieht mit unserem Denken, wenn KI uns fertige Antworten liefert? Und was fehlt, wenn selbst menschliche Nähe durch ein stets verständnisvolles digitales Gegenüber ersetzt wird?

    Im Gespräch mit dem neuen Sternstunden-Moderator Michael Räber spricht sie über Bequemlichkeit und Selbstbestimmung, die Verlockungen künstlicher Intelligenz, das Staunen über den Kosmos und die Frage, was ein gutes Leben ausmacht.
  • Sternstunde Philosophie

    100 Jahre Michel Foucault: Der Wahnsinn der Freiheit

    10/10/2026 | 59 min
    Denkikone, Jahrhundertgenie, Skandalfigur. Der 1926 geborene Philosoph Michel Foucault ist der bis heute einflussreichste Denker der Gegenwart. Was macht den besonderen Reiz seines Denkens aus? Und wie können seine Einsichten den Menschen befreien?

    Ob zu Fragen der Identitätspolitik, der Sexualmoral, des Überwachungsstaats, der Krise westlicher Demokratien oder auch einer neuen Spiritualität der Selbstsorge – zu all diesen Themen hat der im Jahre 1984 verstorbene Franzose Michel Foucault bahnbrechende Werke veröffentlicht. Und er hat dabei nicht nur ganze Generationen von Denkerinnen und Denkern beeinflusst, sondern auch als politischer Aktivist tief in den öffentlichen Raum gewirkt. Nicht zuletzt als Privatperson überschritt Foucault in seinem unbändigen Freiheitsdrang immer wieder die Grenzen der herrschenden Kultur.

    Im Gespräch mit dem Berliner Kulturwissenschaftler Philipp Felsch geht Wolfram Eilenberger Foucaults überragenden Bedeutung für die heutige Zeit nach.
  • Sternstunde Philosophie

    Carl Hart: Besser leben mit Heroin und Kokain?

    03/10/2026 | 57 min
    Carl Hart forscht an der Columbia Universität in New York zu Drogen und konsumiert selbst regelmässig Substanzen wie Heroin oder Kokain. Olivia Röllin spricht mit ihm über Sucht und Abhängigkeit und das Recht des Einzelnen, sein Bewusstsein durch Drogen zu verändern.

    Aufgewachsen in einem armen Viertel in Miami, erlebte Carl Hart Drogenhandel, Gewalt und Kriminalität aus nächster Nähe. Als Wissenschaftler begann er später, über Drogen zu forschen, um etwas gegen die Verbreitung von Crack zu unternehmen. Dabei gelangte er immer mehr zur Überzeugung, dass nicht die Drogen das Problem sind, sondern die sozialen und wirtschaftlichen Lebensumstände der Betroffenen. Und, dass der Kampf gegen Drogen als Vorwand diente, um bestimmte Bevölkerungsgruppen zu unterdrücken. Er wandelte sich zu einem Befürworter, der heute eine Legalisierung auch harter Drogen fordert und selbst regelmässig Substanzen wie Heroin und Kokain konsumiert. Er argumentiert, dass ein Konsum ohne Abhängigkeit nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel ist, und dass ihn Drogen zu einem besseren Menschen gemacht hätten.

    Olivia Röllin hakt nach, ob er die Risiken für die Gesellschaft nicht unterschätzt und ob wir durch ständige Intensivierung von Emotionen nicht verlernen, wie berauschend der Alltag ohne Verstärkung sein kann.
  • Sternstunde Philosophie

    Die Welt retten mit Chemie? Nobelpreisträger Omar Yaghi

    26/09/2026 | 55 min
    Seine Lebensgeschichte ist filmreif: Aus einem palästinensischen Flüchtlingsjungen wird ein Nobelpreisträger in Chemie. Seine Forschungsarbeiten haben das Zeug, die Welt zu verändern: Sie könnten CO2-Emmissionen senken und Trinkwasser aus der Luft gewinnen. Barbara Bleisch trifft das Ausnahmetalent.

    Wasser aus trockener Wüstenluft gewinnen? Kohlendioxid aus der Atmosphäre filtern? Der Chemie-Nobelpreisträger Omar Yaghi denkt gross – und sein Erfolg gibt ihm recht.

    Für seine Forschungsarbeiten zu metallorganischen Gerüstverbindungen hat er unter anderem 2024 den renommierten Balzan-Preis und 2025 den Chemie-Nobelpreis, gewonnen. Was abstrakt klingt, könnte für viele Menschen lebensrettend sein: Selbst in trockenen, heissen Regionen kann mit seiner Methode Wasser aus der Atmosphäre gewonnen werden.

    Auch die Klimakrise knüpft sich Yaghi vor und erforscht, wie freigesetztes CO2 wieder eingefangen werden kann. Ausgehend von seiner eigenen Lebensgeschichte, die aus den bescheidenen Verhältnissen in einem Flüchtlingslager in Jordanien an die Spitze der internationalen Forschung führte, erzählt der begnadete Wissenschaftler Barbara Bleisch, wie er sich mit zehn in Moleküle verliebte und bis heute vor Neugier brennt.
  • Sternstunde Philosophie

    Bleiben, obwohl man gehen könnte?

    19/09/2026 | 57 min
    In ihrem neuen Buch «Zusammenbleiben. Von der Freiheit fester Bindungen» stellt die Philosophin Svenja Flasspöhler eine provokant einfache Frage: Was, wenn eine dauerhafte Beziehung nicht das Gegenteil von Freiheit ist, sondern eine ihrer anspruchsvollsten Formen?

    In einer Gegenwart voller Wahlmöglichkeiten scheint auch die Liebe jederzeit revidierbar. Dating-Apps versprechen das nächste «Match», alternative Beziehungsmodelle stellen die traditionelle Zweierbeziehung infrage, und Selbstverwirklichung gilt vielen als Voraussetzung für ein gelungenes Leben. Warum also bei einem Menschen bleiben, wenn man jederzeit gehen und die «Multioptionsgesellschaft» auskosten könnte? Flasspöhlers Fazit: Erst wer gehen kann und sich dennoch immer wieder bewusst für das Bleiben entscheidet, ist wirklich frei gebunden.

    Doch was machen wir mit den ungelebten Möglichkeiten unseres Lebens? Wohin mit der Spannung zwischen der Realität des gewählten Lebens und dem Reiz des Möglichen? Und wann ist Bleiben Freiheit, wann Unterwerfung oder Selbsttäuschung? Olivia Röllin fragt in der Sternstunde nach.
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Acerca de Sternstunde Philosophie
Vertiefende Gespräche mit herausragenden Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Politik. Die Sternstunde Philosophie vermittelt lebensnahe Denkanstösse zu zentralen Fragen unserer Zeit.
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