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Denkfabrik Medizin

Dr. Ingo Krenz & Dr. Andreas Klinge
Denkfabrik Medizin
Último episodio

43 episodios

  • Denkfabrik Medizin

    Folge 42: Every Patient tells their story

    15/07/2026 | 49 min
    Zwei Patienten, beide 28 Jahre alt, kommen mit Arthritis, Hautausschlag und Müdigkeit. Bei der jungen Frau hat man sofort ein Bild vor Augen – beim jungen Mann gerät das Denken ins Stocken. Woran liegt das?

    In dieser Folge der Denkfabrik Medizin sprechen Ingo und Andreas darüber, wie stark Geschlecht und Alter die Prätestwahrscheinlichkeit einer Erkrankung verschieben – und warum es sich lohnt, die Geschlechtsverteilung von Anfang an mitzudenken. Aus einer früher einmal flapsig hingeworfenen Bemerkung („das ist eine Männer-“ bzw. „eine Frauenkrankheit“) wird ein ernst gemeintes diagnostisches Werkzeug.

    Als roten Faden nutzen die beiden zwei Konzepte, die sich durch die ganze Folge ziehen: das Illness-Script – die persönliche „Karteikarte“ zu jeder Erkrankung in unserer inneren Bibliothek – und das Base-Rate-Denken, also die Frage, wie häufig eine Erkrankung in genau dieser Patientengruppe überhaupt ist.

    Am Ende bleibt eine einfache Botschaft:
    Die Base-Rate denkt immer mit. Wer Geschlecht und Alter von Anfang an einbezieht, kommt zu einer fokussierteren, begründeten Differentialdiagnose – und läuft seltener in die Irre. Als grobe Faustregel: Ab etwa 3:1 lohnt sich der bewusste Blick auf die Geschlechtsverteilung, ab 10:1 betrifft eine Erkrankung fast nur ein Geschlecht.

    Jetzt reinhören und mitdenken.

    Wie in der Folge angekündigt, findet ihr hier zusätzlich eine Übersicht (PDF) mit Erkrankungen, die eine deutliche Frauen- bzw. Männerprädominanz zeigen: https://tinyurl.com/33e3v7w9

    Wir freuen uns über Feedback und Kommentare unter kommentare@denkfabrikmedizin.de

    Links und Tipps:
    Rolf Dobelli – „Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen“
    Hanser 2011 – ISBN 978-3-446-42682-5 (Base-Rate-Neglect, das Beispiel „Markus“)

    Danielle Ofri – „What Patients Say, What Doctors Hear“
    Beacon Press 2017 – ISBN 978-0-8070-6263-0 (Zuhören und die durchschnittliche
    Unterbrechung nach ~18 Sekunden)

    Jerome Groopman – „How Doctors Think“
    Houghton Mifflin 2007 – ISBN 978-0-618-61003-7 (der Fall bei Dr. Falchuk – das weiße Blatt
    Papier)

    Gerd Gigerenzer – „Risiko: Wie man die richtigen Entscheidungen trifft“
    C. Bertelsmann 2013 – ISBN 978-3-570-10103-2 (Risikokompetenz und das Denken in
    natürlichen Häufigkeiten)
  • Denkfabrik Medizin

    Folge 41: Schon wieder Nachtschweiß

    01/07/2026 | 44 min
    Ein Ende 40-jähriger Mann stellt sich mit Leistungsknick, Nachtschweiß und leichter Gewichtsabnahme vor. Die Beschwerden bestehen seit zwei Monaten und begannen nach einem vermeintlich harmlosen Infekt. Was
    zunächst unspezifisch klingt, entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem diagnostischen Klassiker.

    Andreas und Ingo arbeiten sich systematisch mit einer TANTE-PIAV-Liste durch die Differenzialdiagnosen. Von
    Autoimmunerkrankungen über Malignome und psychosomatische Ursachen bis hin zu Tuberkulose und
    Endokarditis wird diskutiert, wie sich Wahrscheinlichkeiten mit jeder neuen Information verändern.

    Anhand neuer Befunde zeigen die beiden, wie Prätestwahrscheinlichkeiten angepasst werden müssen – und
    warum manche Diagnosen plötzlich immer wahrscheinlicher werden, während andere nahezu vom Tisch sind.

    Jetzt reinhören und mitdenken.

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  • Denkfabrik Medizin

    Folge 40: Der Teufel steckt im Detail – LDL niedrig, Skepsis hoch

    15/06/2026 | 33 min
    Hier kommt eine weitere Folge aus unserer lockeren Reihe über wichtige Studienergebnisse. Heute geht es erneut um eine Studie aus dem New England Journal, in der zwei verschiedene LDL-Zielwerte verglichen wurden. Es waren alles Patienten mit einer manifesten kardiovaskulären Vorerkrankung, ausschließlich aus Südkorea. Die eine Gruppe sollte ein LDL von < 55 mg/dl erreichen, die andere eines von < 70 mg/dl.

    Ingo und Andreas stellen die Studie vor und besprechen gemeinsam, welche Erkenntnisse man aus dieser Arbeit ziehen kann, und welche auch nicht. Müssen wir unser therapeutisches Verhalten ändern?

    Jetzt reinhören und mitdenken.

    Wir freuen uns über Feedback und Kommentare unter kommentare@denkfabrikmedizin.de

    Intensive LDL Cholesterol Targeting in Atherosclerotic Cardiovascular Disease
    N Engl J Med 2026;394:1365-75, DOI: 10.1056/NEJMoa2600283
  • Denkfabrik Medizin

    Folge 39: Erst schnell ohne Erfolg, dann langsam zum Ziel

    01/06/2026 | 33 min
    Ein 52-jähriger Patient wird mit akuten retrosternalen Schmerzen und auffälligem EKG per Notarzt ins
    Krankenhaus gebracht. Im Raum stehen zunächst die großen und gefährlichen Diagnosen: akutes
    Koronarsyndrom, Lungenembolie oder Aortendissektion. Doch Troponin, CT und weitere Untersuchungen
    passen nicht so recht ins Bild.

    Dann zeigt sich: Der Patient hat einen Perikarderguss, Pleuraergüsse und seit Monaten zunehmende
    Gelenkbeschwerden. Unter Immunsuppression mit Infliximab entsteht eine neue differenzialdiagnostische
    Spur.

    Andreas und Ingo nutzen den Fall, um über zwei völlig unterschiedliche Arten medizinischen Denkens zu
    sprechen: schnelles, heuristisches Denken in der Akutsituation – und langsames, analytisches Denken mithilfe
    einer TANTE-PIAV-Liste.

    Am Ende findet sich eine Diagnose, die mit den Beschwerden die den Patienten ins Krankenhaus gebracht
    haben, gar nicht mehr viel zu tun hat.

    Jetzt reinhören und mitdenken.

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  • Denkfabrik Medizin

    Folge 38: Fehler gehen unter die Haut - wir sprechen mit H.U. Schmidt über Scham- und Schuldgefühle i.d. Medizin

    14/05/2026 | 55 min
    Scham und Schuld – die heimlichen Begleiter ärztlichen Handelns. Ingo und Andreas widmen sich einem
    Thema, über das in der Medizin viel zu selten offen gesprochen wird. Zu Gast ist Dr. Hans-Ulrich Schmidt,
    Facharzt für psychosomatische Medizin und Leiter der ärztlichen Psychotherapie im Ambulanzzentrum des
    UKE. Gemeinsam gehen die drei der Frage nach, was Scham von Schuld unterscheidet, wo diese Gefühle im
    ärztlichen Alltag entstehen – und wie wir besser mit ihnen umgehen können.

    Am Ende steht eine klare Botschaft: Wer offen über Scham und Schuld spricht, entlastet nicht nur sich selbst – sondern tut den Kolleginnen und Kollegen einen Gefallen. Denn vom offenen Umgang profitieren alle Beteiligten, auch die Patientinnen und Patienten. So entsteht echte Lernkultur.

    Jetzt reinhören und mitdenken.

    Wir freuen uns über Feedback und Kommentare unter kommentare@denkfabrikmedizin.de

    Buchhinweis:
    Hans Ulrich Schmidt & Ulrich Lamparter (Hrsg.), „Wirklich psychisch bedingt?“ – Somatische
    Differenzialdiagnosen in der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie
    Schattauer Verlag – ISBN 978-3608401844
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Acerca de Denkfabrik Medizin
In diesem Podcast geht es um das ärztliche Denken. Insbesondere um Aspekte, wie Ärzte eine Diagnose stellen und was auf dem Weg der Diagnosestellung für Fallstricke und häufige Denkfehler auftreten können. Dazu gehören so spannende Fragen wie: - wie werden Diagnosen gestellt oder gar gemacht? - was sind die Unterschiede zwischen Mustererkennung und analytischem Denken? - welche Tests setzen wir zur Diagnosefindung ein und wie bewerten wir die Ergebnisse? - und nicht zuletzt: wie gehen wir mit der Neigung unseres Gehirns um, Denkfehlern aufzusitzen? Mit all diesen Fragen beschäftigen wir uns im Podcast. Dabei stellen wir immer ein Fallbeispiel aus unserer eigenen Praxis vor. Wir beide, Ingo Krenz und Andreas Klinge sind Internisten aus Hamburg. Nachdem wir unsere Weiterbildung in Hamburger Krankenhäusern absolviert haben, sind wir beide seit mehr als 20 Jahren in der Praxis tätig. Ingo mit einem Schwerpunkt in der Nephrologie und Andreas mit einem Schwerpunkt in der Diabetologie. Der Podcast erscheint alle 4 Wochen und richtet sich an Medizinerinnen und Mediziner. Wir denken dabei an ärztliche Kolleginnen und Kollegen, die am Denken und den Fehlermöglichkeiten, die dabei auftreten können, interessiert sind. Wir denken aber auch an Studierende in den klinischen Semestern, die gerade dabei sind, das Diagnosestellen zu erlernen. Unsern Podcast kann auf Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt abonniert werden.
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