Aktuelle Nachrichten, 13. März 2026:
🔹 Kränkelnde deutsche Wirtschaft und Industriekrise:
Die deutsche Industrie verzeichnet zu Jahresbeginn einen dramatischen Rückgang der Aufträge um 11,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat – der stärkste Einbruch seit zwei Jahren und deutlich stärker als von Ökonomen erwartet. Ohne Großaufträge liegt das Minus bei 0,4 Prozent, die Inlandsnachfrage bricht um 16,2 Prozent ein. Die Produktion sinkt ebenfalls, und Experten wie Jens Oliver Niklasch sprechen von einer herben Ernüchterung. Ein Symptom der schwachen deutschen Wirtschaft ist Volkswagen: Der Konzerngewinn bricht 2025 um rund 44 Prozent ein, bei Porsche sogar um 91,4 Prozent. Bis 2030 sollen in Deutschland etwa 50.000 Stellen abgebaut werden. Die Metall- und Elektrobranche rechnet mit bis zu 150.000 Jobverlusten allein in diesem Jahr. Hohe Energiekosten, Bürokratie und geopolitische Unsicherheiten verschärfen die Lage und machen Reformen dringend notwendig.
🔹 Ukrainische Angriffe auf russische Energieinfrastruktur und Auswirkungen des Nahostkriegs auf Europa:
Kiew setzt Drohnenangriffe auf russische Energieanlagen fort, darunter angeblich gegen Einrichtungen der Pipelines TurkStream und Blue Stream im Süden Russlands. Gazprom meldet in den vergangenen zwei Wochen zwölf abgewehrte Attacken, unter anderem auf die Russkaja-Kompressorstation. Ziel ist es, russische Gas- und Öleinnahmen zu treffen, die einen großen Teil des Kreml-Haushalts ausmachen. Der Konflikt im Nahen Osten beeinflusst Europas Energieversorgung: Kurzfristig stabilisieren höhere Ölpreise russische Einnahmen, langfristig droht durch einen möglichen Regimewechsel in Teheran der Verlust eines Schlüsselpartners. Russland verlor bereits erheblichen strategischen Einfluss, etwa durch den Fall Assads in Syrien und Maduros Gefangennahme in Venezuela. Dies entscheidet auch über Moskaus Handlungsfähigkeit in Europa.
🔹 Sanfter Staatsstreich der Revolutionsgarden im Iran:
Trotz anhaltenden Drucks durch den Krieg bleibt das iranische Regime stabil, doch die Macht verschiebt sich zunehmend zu den Islamischen Revolutionsgarden (IRGC). Diese kontrollieren bereits große Teile von Militär, Geheimdienst, Wirtschaft und Politik und agieren wie ein Staat im Staat. Der Krieg begünstigt eine weitere Machtkonzentration. Nach der Tötung von Ali Khamenei wurde sein Sohn Modschtaba Khamenei rasch als Nachfolger bestimmt – obwohl er keine starke religiöse Autorität besitzt und sein Vater selbst Bedenken hatte. Modschtaba hat enge Verbindungen zu den IRGC, was Analysten als „sanften Staatsstreich“ werten: Die formale religiöse Struktur bleibt, die reale Macht wandert jedoch zu den Garden – ähnlich wie in einer Militärdiktatur mit religiösen Elementen.
🔹 Eskalation des Kriegs gegen das iranische Regime:
Israel weitet seine Militäroperationen auf den Libanon aus, um Hisbollah-Infrastruktur in Beirut anzugreifen, nachdem Raketen auf Israel abgefeuert wurden. Verteidigungsminister Israel Katz betont, Israel werde selbst handeln, falls die libanesische Regierung die Angriffe nicht stoppt. Der Iran greift US-Stützpunkte in der Region an, darunter in Bahrain, Oman und Irak. Der neue Oberste Führer Modschtaba Khamenei fordert in seiner ersten öffentlichen Erklärung Vergeltung und kündigt die Blockade der Straße von Hormus an. Er droht mit Beschlagnahme oder Zerstörung von Eigentum der Gegner und ruft Golfstaaten auf, US-Basen zu schließen. Der Konflikt weitet sich regional aus, betrifft NATO-Mitglieder und birgt hohe Risiken für die globale Energieversorgung.
Quellen:
Tagesschau, WELT (Thema: Deutsche Industrie und Volkswagen-Krise)
Reuters, The Moscow Times, Kiew Independend, Kiew Post (Thema: Ukrainische Angriffe auf russische Energieinfrastruktur)
Al Jazeera, BBC (Thema: Machtverschiebung zu den Revolutionsgarden und Nachfolge Modschtaba Khamenei)
Tagesschau, WELT (Thema: Eskalation des Iran-Kriegs, Angriffe auf Libanon und Hisbollah)