Günter Kaindlstorfer im Gespräch mit Rudolf Streicher.
Nach 1945 haben sich SPÖ und ÖVP darauf verständigt, Österreichs Eisen-, Stahl- und Chemieindustrien sowie die großen Energieproduzenten in staatliches Eigentum überzuführen. Die Biographie Rudolf Streichers, Jahrgang 1939, ist eng mit der Geschichte des öffentlichen Wirtschaftssektors verbunden. Streicher begann als Lehrling in der Vöest und arbeitete sich mit Fleiß und Begabung in die obersten Management-Positionen der Verstaatlichten Industrie empor. Als „Minister für öffentliche Wirtschaft und Verkehr“ war er dann ab 1986 mit einer der schwersten Krisen der Verstaatlichten konfrontiert – einer Krise, die schlussendlich zur weitgehenden Privatisierung von Konzernen wie Voest, OMV und Steyr-Daimler-Puch geführt. Im Gespräch mit Günter Kaindlstorfer blickt Rudolf Streicher, heute 87, auf seine Karriere zurück.
Langfassung eines Interviews mit Rudolf Streicher, gesendet im Ö1 Radiokolleg am 29. 04. 2006.